Tabus früher – Es sollte alles bleiben, wie es war!!!1!!!!11!!

Männer mit langen Haaren? Die Pille für unverheiratete Frauen? Frauen bei der Bundeswehr? Das Nachkriegsdeutschland war voller Tabus. Wir haben im hr-Archiv gekramt und einige herausgesucht.

von Pola Nathusius & Annette Rehn

Es waren vor allem feste Männer- und Frauenbilder, die die Tabus im Nachkriegsdeutschland definierten. Frauen an den Herd, Männer zur Arbeit – undenkbar, daran etwas zu ändern.

Es mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, doch in den 1960ern waren lange Haare für Männer ein Tabu. Sie liefen Gefahr, auf der Straße angepöbelt und angespuckt zu werden, wenn sie ihre Haare wachsen ließen. Die Frauen spürten die gesellschaftlichen Tabus, als es endlich die Anti-Baby-Pille gab – denn für unverheiratete Frauen ziemte es sich nicht, dieses Verhütungsmittel zu nehmen. Auch Abtreibungen waren ein Tabuthema. Frauen in ganz Deutschland wehrten sich dagegen. Und zuletzt: die Bundeswehr. Erst 2001 durften Frauen dort alle Laufbahnen einschlagen – wie ihre männlichen Kollegen schon Jahrzehnte vorher.

Dennoch: Es gab immer Menschen, die diese Tabus nicht hingenommen haben, sich widersetzt haben, gesprochen haben, wenn andere schwiegen. Und so wurden all diese Tabus gebrochen.