9 blutige Menstruations-Storys, die Frau nicht vergisst

Wenn Frau blutet, kann so einiges schief gehen. Aber das öffentlich zu erzählen, ist definitiv ein Tabu. Einige Frauen haben sich das trotzdem getraut. Zumindest schriftlich.

Wir haben Geschichten zusammengetragen, die wirklich im Gedächtnis bleiben.

Von Annette Rehn & Pola Nathusius
  1. Das erste Mal – und sofort bloß gestellt
    Wir waren auf dem Rückflug vom Urlaub. Ich war elf Jahre alt. Während des Flugs merkte ich, wie mein Höschen plötzlich nass wurde. Ich war noch nicht aufgeklärt und dachte, ich hätte mir in die Hose gemacht. Daher lief ich sofort auf die Toilette. Als ich bemerkte, dass es kein Urin sondern Blut war, lief ich voller Panik zum Sitzplatz meiner Eltern und versuchte meiner Mama zu erklären, dass Blut aus mir lief. Ich war wohl etwas zu laut und eine Stewardess hörte mit. Als meine Mama mir erklärte, was da mit mir passierte und mir sagte ich solle Klopapier ins Höschen legen, hörten wir auch schon die Durchsage:„Meine Damen. An Bord hat ein junges Mädchen zum ersten Mal ihre Periode bekommen. Hätte vielleicht jemand Binden für sie im Handgepäck?“Ich wollte vor Scham im Boden versinken und hätte mich am liebsten bis zur Landung in der Toilette versteckt. Meine Mama jedoch war hoch erfreut und schleppte mich zu einer Dame, die Binden dabei hatte. Ich musste mich artigbedanken. Für mich war das das schlimmste Erlebnis, das ich bisher hatte. Noch nach mehr als 20 Jahren kann ich mich an beinahe jedes Wort erinnern.
    (Nie vergessen wird diese Geschichte Elke, die uns auf Facebook geschrieben hat.)
  2. Und dann hat sich alles schön verteilt …
    Ich war zum ersten Mal bei meinem neuen Freund. Wir hatten Sex. Dann schliefen wir beide nackt ein und kuschelten. Ich bin ein aktiver Schläfer. Ich bewege mich viel. Am nächsten Morgen erwachte ich mit einem nassen Gefühl zwischen meinen Beinen. Und manchmal, wenn mir kalt ist, stecke ich meine Hände zwischen meine Schenkel und lege mich auf die Seite, um mich zu wärmen. Ich öffnete meine Augen und schaute auf meine Hände und sie waren mit Blut bedeckt. Ich hob die weißen Laken und sah auf eine schreckliche Szene hinunter. Wir waren beide mit Blut bedeckt. Es sah so aus, als hätte ich versucht, ihn umzubringen.
    (Diese „schreckliche Szene“ hat soccerstreamshd auf der Plattform reddit geschildert.)
  3. Ohne Arme ist das mit der Periode schwierig
    Ich habe mir bei einem Fahrradunfall beide Arme gebrochen und eine Woche später meine Tage bekommen. Ich konnte nicht mal meine eigene Nase kratzen, geschweige denn eine Binde oder ein Tampon benutzen. Meine größte Befürchtung trat ein: Mein Freund, mit dem ich zusammenlebe, musste meine Tampons entfernen und einführen. Selbstverständlich war er ein Soldat und wir sind immer noch zusammen.
    (Buzzfeed-Nutzerin Mvdailey0213 hat ihr Leiden der Online-Plattform mitgeteilt.)
  4. Eine Menstruationstasse, die feststeckt
    Ich war bei meinem Freund zu Besuch, habe mich 30 Minuten bei ihm im Bad verschanzt und den Kampf letztlich aufgegeben. Etwas zerstreut ging ich wieder zu ihm:Er: „Du warst lange im Bad. Geht‘s dir nicht gut? Du siehst blass aus.“
    Ich: „Nein nein, alles ok, aber meine Menstruationstasse sitzt fest.“
    Er: „Deine was?“
    Ich: Kurze Erklärung, was eine Tasse ist und dass ich sie nicht mehr raus bekomme.
    Er: „Oh, ok. (Kurze Überlegung)Soll ich dir helfen? Ich hab doch längere Finger als du, vielleicht komm ich besser ran?“
    Ich: „Ääääh…Bist du sicher, dass du dir das antun willst? Könnte ziemlich blutig werden….“
    Er: „Willst du meine Hilfe oder nicht?“Wir also ins Bad, ich setzte mich auf den Badewannenrand und legte meine gespreizten Beine hoch. Er kniete vor mir und musterte konzentriert meinen Scheideneingang. Nach einer kurzen Einweisung meinerseits (Vakuum lösen etc.) suchte er mit seinem Finger behutsam meine Tasse, fand sie und versuchte sie zu lösen. Inzwischen sah die Badewanne schon aus wie im Horrorfilm. Nach langem Hin und Her hat er sie aber endlich raus bekommen.
    (Von ihrer Erfahrung mit der Menstruationstasse hat uns eine Nutzerin auf Facebook geschrieben.)
  5. Manchmal kann es mehr bluten als gedacht
    Ich war in der Stadt unterwegs und hatte meine Mens. Die war total leicht. Also habe ich weder Binde noch Tampon benutzt. Es war ein ziemlich heißer Sommertag und da hatte ich eine kurze Hose an. Mit Freunden sind wir ins Schwimmbad gelaufen und ich hatte gemerkt, dass ich zwischen den Beinen „schwitze“. Wir sind dann circa 20 Minuten zu Fuß unterwegs gewesen und dieses Schwitzen wurde immer schlimmer. Also habe ich einfach die Hand genommen und wollte mir so helfen. Blöd nur, dass es dann kein Schweiß war, sondern Blut. Ich hatte nichts zum Wechseln dabei, auch keine Tampons, um das Elend irgendwie aufzuhalten. Die Gruppe um mich herum war geschockt: „Iiiiiiiiih! Die hat ihre Tage, ist ja widerlich.“ Wir waren alle Mädels.
    (Ihre Blutung unterschätzt hatte Denise, die uns auf Facebook geschrieben hat.)
  6. Vorsicht bei minderer Tampon-Qualität!
    Irgendwann kaufte ich No-name-Tampons, um ein bisschen Geld zu sparen. An diesem Tag wollte ich also wechseln. Ich zog am Faden und…. hatte den Faden in der Hand. Ja, nur den Faden! Ich starrte entsetzt auf das türkisfarbene Ende meines Tampons und begriff sofort, dass der Rest wohl noch in mir sein musste.Ich wollte den Rest im Ganzen aus mir herausziehen. Da war dann der zweite Schock – da war nichts. „Ok! Durchatmen!“, sagte ich mir. „Der kann ja nicht in dir verschwinden!“ Also erneut ausgeholt, die Hand möglichst weit rein. „Ja! Da hinten!“ Zwischen Zeigefinger und Mittelfinger zog ich nun ein Stück Wolle raus. Eher wie einzelne Fäden hing es zwischen meinen Fingern. „Das ist unmöglich alles!“ Ich wühlte dann im Liegen weiter in mir herum und zog immer wieder mal ein Stück aus meiner Scheide heraus. Irgendwann war ich auch endlich fertig. Normalerweise lernt man aus solchen Geschichten. Ich jedoch erlebte es sogar ein weiteres Mal – etwa zwei Jahre später.
    (Ihre Tampon-Geschichte hat uns Carina auf Facebook erzählt.)
  7. Sich Huckepack nehmen zu lassen, ist nicht immer eine gute Idee
    Ich habe mich auf einem Konzert auf die Schultern eines anderen gesetzt. Als ich wieder abstieg, war da überall Blut auf den Schultern. Auf dem weißen T-Shirt. Ich bin einfach weggegangen.
    (Dieses Erlebnis hat Buzzfeed-Nutzerin cmc557 der Online-Plattform verraten.)
  8. Auch Mann kann seine Erfahrungen mit der Menstruation machen
    Vor Jahren erwachte ich neben der Frau, mit der ich zu dieser Zeit zusammen war. Frühmorgens stand ich auf und ging genervt ins Badezimmer. Ich machte das Licht an und schaute auf mich herab, getrocknetes Blut auf mir. Da ich gerade aufgewacht war, funktionierten die logischen Zentren meines Gehirns noch nicht und ich war zu dem Schluss gekommen, dass meine Nieren versagen und ich im Schlaf etwas Blut gepisst habe.Ich kam aus dem Badezimmer und war bereit, mich ins Krankenhaus zu fahren, als ich meine Freundin ansah. Sie quietschte: „Ich habe meine Periode.“ „Oh, Gott sei Dank“, war meine Antwort. Ich war sofort erleichtert. Wir haben darüber gelacht.
    (Reddit-Nutzer YourAverageOutlier hat diese Geschichte der Netz-Welt offenbart.)
  9. Turnen verträgt sich nicht immer mit der Periode
    Ich bin eine Leistungsturnerin und mit etwa 13 hatte ich einen Turnwettbewerb. Weil ich davor nur dreimal meine Tage gehabt hatte, hatte ich noch nie einen Tampon benutzt. Anscheinend war er nicht richtig drin. Denn mitten in der Balkenübung habe ich auf einmal gespürt, dass er in meinen Turnanzug rutschte. Ich habe meinen Abgang gemacht und mein blutiger Tampon ist genau neben mir gelandet und hat einen Blutstreifen auf meinem Bein hinterlassen.
    (Buzzfeed-Nutzerin jsb2 hat ihre Turn-Geschichte der Online-Plattform Buzzfeed erzählt.)
    In den USA hat sich übrigens ein Trend entwickelt, bei dem Frau ganz ohne Binden, Tampons oder Menstruationstassen durch ihre Periode kommt. Funktionieren soll diese „freie Menstruation“ durch eine Kontrolle des Beckenbodens, bei der Frau kurz bevor sie blutet, auf die Toilette geht. Das soll hygienischer sein, Müll vermeiden und die Menstruation vom Stempel der Peinlichkeit befreien.